Neues GPS-Handy "Creon"
Cannstatter Zeitung 10.06.2010
Mit Mobilruf gerettet
rotkreuz-aktiv 2/2007
Per Knopfdruck die richtige Hilfe
Rotes Kreuz - Das Fachmagazin des DRK 1/2007
Gäubote 17.12.2006
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Gärtringen. In Gärtringen und Rohrau gibt es im Kreis Böblingen die ersten beiden Defibrillatoren, die für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich sind: In Gärtringen ist der "Defi" im Automatenraum der Kreissparkasse deponiert, in Rohrau bei der Volksbank. Richtig angewandt, kann der "Defi" Leben retten. |
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Das Besondere an den beiden Defibrillatoren in Gärtringen und Rohrau: Jeder Bürger kann sich der Geräte im Notfall bedienen. Beide Automatenräume sind rund um die Uhr geöffnet; eine Bankkarte braucht man nicht, um in die Automatenräume und zu den "Defis" zu gelangen. Die Defibrillatoren sind in einem gesicherten Behältnis untergebracht und mit einem Notruftelefon ausgestattet. Im Notfall betritt der Helfer den Vorraum in Gärtringen oder Rohrau und drückt auf die Notruftaste, die über eine Telefonleitung einen Kontakt zur Hausnotrufzentrale "Call us" in Stuttgart herstellt. Der Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale entriegelt per Knopfdruck das Behältnis, so dass der Helfer den Kasten öffnen und den Defibrillator entnehmen kann. Falls noch nicht geschehen, alarmiert die Hausnotrufzentrale auch den DRK-Rettungsdienst, der dann einen Notarzt zum Patienten lotst. Im Idealfall trifft der Helfer samt "Defi" mehrere Minuten vor dem Notarzt beim Patienten ein und fängt mit der Reanimation an. Wichtig ist, dass die Defibrillation möglichst früh beginnt: Jede Minute ohne wirksame Reanimation senkt die Überlebens-Chance um zehn Prozent; wird dem Gehirn kein Sauerstoff mehr zugeführt, kann der Patient zum Pflegefall werden oder gar sterben. "Die größte Chance besteht in den ersten fünf bis zehn Minuten, denn das Herz stirbt nicht sofort, sondern fibrilliert noch fünf bis zehn Minuten, bis der Sauerstoff verbrannt ist", erklärt der in Rohrau wohnende Arzt Dr. Matthias Eßmann, der zusammen mit dem Verein zur Erhaltung der Lebensqualität in Rohrau das "Defi"-Projekt initiiert hat. In Deutschland sterben pro Jahr rund 130 000 Menschen an plötzlichem Herzversagen, das normalerweise mit einem Kammerflimmern anfängt. Diesem Flimmern kann man mit der Defibrillation entgegenwirken: Ein elektrischer Schock von außen depolarisiert das gesamte Leitungssystem des Herzens. Dadurch könnte der normale Herzrhythmus wieder in Gang kommen. "Je schneller das funktioniert, desto größer ist die Chance, das Herz wieder zum Laufen zu bringen", erklärt Klaus-Peter Grossnick, Ausbildungsleiter beim DRKKreisverband. Laien können mit dem Defibrillator auch ohne Schulung hantieren: Ein automatisierter externer Defibrillator ist ein batterie- oder akkubetriebenes Gerät, das selbst ein EKG erstellt, auswertet und dem Nutzer genaue Anweisungen gibt, was zu tun ist. Eine Tonband-Stimme lotst den Helfer von Schritt zu Schritt, beispielsweise: "Alle Kleidungsstücke vom Brustkorb entfernen." Danach prüfen Elektroden, ob ein elektrischer Schock zu empfehlen ist. Wenn nach dem elektrischen Schock das Herz aber immer noch still steht, sollte der Ersthelfer eine Herzdruckmassage mit Beatmung machen und um da fachgerecht vorgehen zu können, ist eine Schulung zu empfehlen. Die Mitarbeiter des Gärtringer Deutschen Roten Kreuzes haben bei Schulungen schon mehrere Bürger mit dem "Defi" und den Hintergründen vertraut gemacht. "Unser Ziel ist, dass jeder zweite Bürger in Gärtringen und Rohrau weiß, wie ein Defibrillator funktioniert", sagte der Gärtringer Hauptamtsleiter Norbert Sünder. Bevor ein Ersthelfer zur Tat schreitet, muss er keine genaue Diagnose machen. "Wenn ein Patient nicht mehr ansprechbar ist und nicht mehr atmet, muss man immer das Gleiche tun: Man muss für Beatmung und Herzschlag sorgen, egal was der Patient hat", erläutert Dr. Eßmann, "man kann da nichts falsch machen, außer man tut nichts." Spenden und eine von Karl Paul initiierte Benefizveranstaltung machten es möglich, die beiden jeweils 1 500 Euro teuren Defibrillatoren zu kaufen. Als weitere Partner wirken das DRK Gärtringen und der DRK-Kreisverband mit. Ein "Defi" kann also Leben retten, wie kürzlich in Böblingen geschehen: In einem Hallenbad verlor ein Badegast das Bewusstsein, eine Helferin wandte den "Defi" fachkundig an, nach der Behandlung konnte der Patient auf eigenen Beinen das Krankenhaus verlassen. |
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